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Conrad Fröhlich im Licht zeitgenössischer Anarchismusforschung

Antiautoritäre Abendunterhaltung mit Lichtbildern, wundersamen Gedichten und Verwünschungen aller Art, gerichtet an Anarchismus­experten, Fussnotenfurzer und andere Produzenten von Arschwischpapier.

West End Violence

„Darum auf, Arbeiter und Arbeiterinnen, und vorwärts zur individuellen Expropriation mit Dietrich, Brecheisen und Chloroform die Geldschränke unserer Unterdrücker inspektiert und alles genommen was einen Wert hat. Die individuelle Plünderung muss so lange fortgesetzt werden, bis die Masse in hellen Haufen erwacht und die ihr abgestohlenen Güter zurücknimmt, und gemeinschaftlich benützt.“

Als der junge Zürcher Conrad Fröhlich im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts seinen Angelegenheiten nachging, konnte er nicht ahnen, dass 130 Jahre später ein Moralist und Holzkopf über ihn schreiben sollte:

"Conrad... wer? dürften sich nicht Wenige fragen - und während man ansonsten oft geneigt ist, die fehlende Kenntnis über so manche histo­rische Figur zu beklagen so könnte es sich im Falle des Herrn Fröhlich anders, ja gegenteilig verhalten. Puh... ein ein Aufatmen, zum Glück ist dieser Name nicht mehr vielen ein Begriff. Denn Fröhlich scheint zu sehr jenem Klischee eines wüsten Hau-drauf-Anarchisten zu entsprechen, wie ihn sich die anti-anarchistische Propaganda - allen voran die sozial­demokratisch - zurechtgebastelt hatte.

Im Verlaufe dieses gemütlichen Beisammenseins soll fernerhin beleuchtet werden, weshalb ein solcher Professor/Esel versucht, seinem Unsinn Autorität zu verleihen, indem er seine Absichten hinter Zitaten von Rudolf Rocker und Max Nettlau versteckt (2 unbestrittenen??? Autoritäten der selbsternannten Expertenbrut/Esel).

Dem BEEF FRÖHLICHS MIT LANDAUER, – einer weiteren Autorität in deren Schatten Schufte Stroh dreschen (Gǎ Dào Sonderausgabe: Gustav Landauer  – zum 100. Todestag), sowie der Tradition der anarchistischen Befehdung, soll an diesem denkwürdigen Abend solange nachgegangen werden, bis dem Polizeikommissar Boesel der Philippe (Kellermann) zappelt.

„Ferner sympathisiren wir mit allen im Kampfe stehenden Umstürzlern, ob im Kerker oder ausserhalb, mit Einbrechern, Attentätern auf die Bourgeoisie, Brandstiftern, etc., sobald sie nur für die Befreiung der Menschheit kämpfen. Die Namen haben nichts mit der Sache zu thun; wir scheissen auf die schönen Namen, weil sie meistens eine Autorität bedeuten. Was liegt überhaupt einem überzeugten Revolutionär an dem Namen?“

Aber letztlich soll es auch nicht nur um einzelne Personen gehen, sondern vielmehr um einen anarchistischen Zusammenhang in den 1890er Jahren, worin Conrad Fröhlich ein Gefährte unter anderen war, welcher seine Anonymität zu schätzen wusste. Wir wollen deren Ideen und Vorschläge zusammen wiederaufleben lassen und der Frage nach­gehen, welche Inspiration wir heute daraus ziehen könnten. Ganz ohne Experten, Moral, politische Korrektheiten und vordefinierte Regeln.

 Hurrah! zur Höhe klimmt
 Die Expropriation
 Der Kühne nimmt
 Dem Tod zum Hohn;
 Die Plünderung beginnt.